Verbale Entwicklungsdyspraxie

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Die Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED) ist eine Entwicklungsstörung kindlichen Sprechens, die durch eine mangelhafte Aussprache gekennzeichnet ist.[1] Der Ursprung ist bisher nicht sicher geklärt, eine Theorie sieht das Problem auf der Ebene der Sprechbewegungsplanung und -programmierung, wodurch die Fähigkeit, die für Sprechproduktionen erforderlichen Bewegungen in ihre räumliche und zeitliche Beziehung zu setzen, stark beeinträchtigt ist.[2] Daraus resultiert das Unvermögen oder die eingeschränkte Fähigkeit für eine geplante Äußerung die Artikulationsorgane willkürlich und kontrolliert einzusetzen. Die VED übt einen störenden Einfluss auf das gesamte, sich gerade entfaltende Sprachsystem aus. Das Sprachverständnis ist von der Störung nicht betroffen, es handelt sich daher um eine Sprechstörung.

 

Symptomatik

Ein frühes Merkmal ist häufig: kaum Lall- und Plapperproduktionen in der Säuglingszeit. Charakteristika der Störung sind: extrem verzögerter Spracherwerb, kaum verständliche Sprache, höchst variable Lautbildungsfehler, evtl. „Verlust“ bereits beherrschter Wörter; evtl. Suchbewegungen und/oder stilles Positionieren der Lippen und Zunge vor und während einer Äußerung.

Das Hauptsymptom ist die gestörte Lautbildung: Es kommen vielfache Lautbildungsfehler, wie Auslassungen, Substitutionen, Vertauschungen, Additionen, Wiederholungen und Verlängerungen von Konsonanten und Vokalen vor.

 

Therapie

Häufig entsteht der Verdacht auf eine Verbale Entwicklungsdyspraxie erst aufgrund mangelnder oder minimaler Fortschritte trotz langer Sprachtherapie. In einer Cochrane-Analyse von 2008 wird resümiert, dass die Studienlage keine Therapieform erlaubt anzugeben, die erfolgreich sei.[6] Aus klinischer Erfahrung scheinen mundmotorische Übungen nicht zielführend zu sein. Ein möglicher Ansatz ist die multisensorielle Assoziationsmethode, bei der den einzelnen Lauten visuelle und taktil-kinästhetische Hinweisreize zugeordnet werden.[7] Die Wiederholungsrate der jeweiligen Übungsinhalte muss dazu extrem hoch sein, um die Automatisierung von Sprechbewegungsabläufen erreichen zu können. Daher ist die intensive Einbindung der Bezugspersonen in die Therapiearbeit noch mehr als sonst unabdingbar für den Erfolg der Therapie.

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